Das Richtige Mehl
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Wer mit Kochen oder Backen seine Brötchen verdient ist sich meist im Klaren, dass die Qualität der verwendeten Lebensmittel einen erheblichen Einfluss auf die Qualität des Endproduktes hat. Nur aus guten hochwertigen Zutaten kann man am Ende auch etwas leckeres schmackhaftes zaubern. Das gleiche sollte auch für die Zutaten unseres Pizzateigs gelten. Dessen Hauptzutat ist Mehl - und auch beim Pizzamehl gibt es grosse Unterschiede. Sowohl in preislicher wie auch geschmacklicher Hinsicht.


Italienisches Pizzamehl Typ 00


Für Pizzateig in seiner Urform verwendet man Weizenmehl. Weizenmehl gewinnt man durch das Mahlen von Weizen in einer Mühle. Es besteht nach dem Mahlen zu Mehl aus Kohlehydraten, Klebereiweiss, Wasser sowie Vitaminen und Mineralstoffen. Das Weizenmehl widerum gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, sogenannten Typen. Das kennen sie sicher aus dem Supermarkt.

In unseren Breitengraden kommt man im Supermarkt für gewöhnlich mit Weizenmehl Typ 405 und Typ 550 in Berührung. Die Nummer gibt an, wieviel Vitamine und Mineralstoffe in dem Mehl auf 100g noch enthalten sind. Gut sortierte Supermärkte oder Naturkostläden führen auch höherwertiges Weizenmehl, z.B. in den Typen 812 oder gar 1050 - preislich sind diese Mehle aber eben teurer und nicht für den Massenmarkt. Es lässt sich festhalten: Je höher die Zahl, desto geschmacklich intensiver und mineralstoffreicher ist das Mehl. Für viel Geschmack also eine hohe Mehltyp Nummer.

Wichtig für uns Pizzabäcker ist neben dem Geschmack auch der Faktor Klebereiweiss, auch bekannt als Gluten. Die Menge davon ist ausschlaggebend für die Backfähigkeit. Gluten sorgt dafür dass der Teig elastisch ist und aufgeht und nicht einfach ein platter harter Fladen nach dem Backen zurückbleibt. Der Anteil an Klebereiweiss spielt daher bei der Herstellung von Pizzateig eine grosse Rolle.

Deutsche Mehle besitzen anders als z.B. italienisches Mehl jedoch weniger Klebereiweiss. Den höchsten Glutenanteil besitzt kanadisches Manitoba-Mehl, welches jedoch in Europa sehr teuer ist. Bei der Herstellung von Pizzateig empfiehlt es sich das italienische Weizenmehl Typ 00 (oder auch Tipo 00) zu benutzen. TIPO 00 ist ähnlich wie in Deutschland eine Typisierung des Weizenmehl, allerdings nach italienischer Norm. Dort gelten jedoch andere Grenzwerte, so dass Weizenmehl Typ 00 von Haus aus mehr Klebereiweiss mitbringt und auch feiner ausgemahlen ist. Dadurch können sie den Teig z.B. beim Ausrollen besser verarbeiten. Sie kennen sicher den Effekt, dass ein mit dem Nudelholz ausgerollter Teig sich wieder zusammenzieht - je höher der Glutenanteil desto elastischer der Teig und desto weniger dieser Zusammenzieheffekt. Italienische Pizzabäcker mischen ihr Pizzamehl zur Abrundung des Geschmacks gerne auch mit anderen Mehlen, die mitunter nicht soviel Klebereiweiss enthalten aber geschmacklich intensiver sind. So kann man z.B. einen Teil des Mehls durch Hartweizengries oder andere Mehle mit höherer Typenzahl ersetzen.

Italienisches Weizenmehl Typ 00 finden sie meist nur in italienischen Feinkostläden. Sie können original italienisches Pizzamehl vom Typ 00 sowie Hartweizengries jedoch auch bei uns bestellen.